Mit Denken eine neue Realität schaffen? Ja – das geht!

In früheren Jahren hatte ich regelmässig mit zwei italienischstämmigen Brüdern zu tun, mit denen ich oft abends durch die Bars und Discos zog. Allerdings gingen die beiden selten gemeinsam aus und mit der Zeit stellte ich auch fest, wieso: Der eine, Luca, wollte einfach Frauen kennenlernen und Spass haben. Der andere, Luciano, regte sich immer wieder über eine bestimmte Bevölkerungsgruppe auf und redete immer davon, wie diese Ärger macht.

Nachdem ich einige Male mit beiden im Ausgang war, bemerkte ich, dass die Einstellung des jeweiligen Begleiters einen direkten Einfluss auf den Verlauf des Abends zu haben schien: Wenn ich mit Luca unterwegs war, gab es Flirts und lustige Nächte. Wenn ich mit Luciano unterwegs war, gab es Pöbeleien und Streit. Und so kam es wie selbstverständlich, dass ich immer mehr Zeit mit Luca verbrachte und der Kontakt zu seinem Bruder Luciano schliesslich vollständig einschlief.

Arbeiten Deine Gedanken für Dich – oder gegen Dich?
Arbeiten Deine Gedanken für Dich – oder gegen Dich?

Seit diesem Erlebnis begegneten mir immer wieder Situationen, in denen ich den Eindruck hatte, dass die Gedanken eines Menschen seine Realität erschaffen. Mit dem Modell von NLP verstand ich, wie das auf kognitiver und emotionaler Ebene geschieht und die Beschäftigung mit dem Aufsteigenden Retikulären Aktivierungssystem (RAS) zeigt, wie dieser Mechanismus im Gehirn funktioniert.

Retikuläres Aktivierungssystem – das Informationsportal im Gehirn

Das retikuläre Aktivierungssystem ist das Tor im Gehirn, durch das fast alle Eindrücke gehen. Die einzige Ausnahme ist das Riechen, denn dieses ist direkt mit den emotionalen Bereichen des Gehirns verknüpft. Aber jede andere primäre Sinnesempfindung – also was Du siehst, hörst und fühlst – geht durch dein RAS. Es filtert die hereinkommende Information und bestimmt, was Du wahrnimmst und was nicht. Dieser Filter wird dabei durch die wichtigste Funktion des Gehirns bestimmt, den Überlebensinstinkt.

Die aus der Evolutionsgeschichte kommende, überlebensorientierte Funktion des aufsteigenden retikulären Aktivierungssystems hat drei Hauptfunktionen. Erstens lässt es alles in Dein Bewusstsein treten, was Dein Überleben bedrohen könnte: Deshalb haben Menschen viel häufiger einen Fokus auf Problemen statt auf Chancen. Zweitens lässt es Dir alles auffallen, was für Dich neu ist: So bemerkst Du schnell, wenn etwas plötzlich anders als gewohnt ist ist – und wenn Du in neue Situationen kommst, wirst Du unsicher. Drittens lässt es Dich bevorzugt die Dinge in Deiner Umgebung wahrnehmen, die Du aktuell dringend brauchst und an die Du deshalb denkst.

Diese dritte Funktion ist besonders interessant, da sie direkt mit dem Primacy-Recency-Effekt zusammenhängt. Dieses psychologisch erforschte Phänomen führt dazu, dass früher (primacy) und später (recency) erfasste Information gegenüber anderer eingehender Information bevorteilt wird. Deine Gedanken bilden dabei einen Frame, einem Deutungs-Rahmen. Und dieser Rahmen filtert alle Informationen, die von Aussen auf Dich einwirken: Er bestimmt, wie Du die Realität wahrnimmst.

Somit gibt es gar keine „echte“ Realität, die für alle gleich gilt. Sondern es gibt „nur“ eine subjektiv für Dich zutreffende Wahrheit.

Brainhacking: 3 Tipps um Dein Gehirn zu programmieren

Was kannst Du tun, wenn Du willst, dass Dein retikuläres Aktivierungssystem für Dich arbeitet statt gegen Dich? Hier sind drei Empfehlungen.

  • Arbeite an Deinen persönlichen Themen. Wenn Du zum Beispiel Angst vor Präsentationen hast, mache Dir einen genauen Plan, welche Schritte Dir dabei helfen werden, diese Angst loszuwerden und stell Dir vor, wie Du diese tust. Damit lenkst Du den Fokus weg von dem unangenehmen Gefühl hin zur Bewältigung der auslösenden Situation.
  • Werde Dir über Deine längerfristigen Ziele klar. Mache regelmässige Ziele-Arbeit, in der Du festlegst, was Du in Deinem Leben (beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Wohlstand, Familie und Freunde, Freizeit und Spass, Beziehungen, Beruf, Entwicklung und Spiritualität) erreichen willst.
  • Setze Dir kurzfristige Ziele. Erstelle für jedes Ziel einen Plan mit den notwendigen Schritten und ein Datum. Am besten machst Du dies für jeden Tag schon am Vorabend – so kann Dein Unterbewusstsein bereits im Schlaf alles für den kommenden Tag vorbereiten.

Diese letzte Liste ist besonders wichtig für Dein retikuläres Aktivierungssystem, weil sie den Recency-Effekt enorm unterstützt und Du diese für Dich wichtigen Ziele somit stets präsent im Kopf hast. Selbst wenn Du nicht bewusst daran denkst, weiss Dein Gehirn immer, dass diese Zielerreichung für Dich wichtig ist. So programmierst Du das RAS darauf, dass es Dich aller Chancen bewusst werden lässt, die Dir dabei helfen, Deine Ziele zu erreichen.

 

Willst Du zukünftig selbstbewusster Denken und Handeln? Dann wäre vielleicht ein Coaching in Zürich das Richtige für Dich.
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